Konzert der MGB Jazz Youngsters und der Big Band
marvellous (engl.): wunderbar, großartig, fabelhaft oderfantastisch.
In allen Bedeutungen war das Motto der zwei Konzerte am letzten Wochenende passend gewählt.
In der auf angenehme 23 Grad heruntergekühlten Aula machten wie gewohnt die Jazz Youngsters unter der Leitung von Fabian Singler den Anfang. Das funkige, von Pee Wee Ellis komponierte, „The Chicken“ und der Jazz Standard „Don’t get around much anymore“ von Duke Ellington bewiesen die stilistische Bandbreite, die die Youngsters bereits abdecken. Gegen Ende des Sets zeigte das Ensemble auch noch seine rockige Seite. Lorenz Vinçon sprang für den „verhinderten“ Bon Jovi ein, den aber dann auch niemand vermisste, denn Lorenz machte seine Sache hervorragend. Das letzte Stück war sogar noch ein Stück härter. Metallicas „Enter Sandman“ überzeugend in einem Big Band Arrangement präsentieren zu können, das ist schon etwas ganz Besonderes.
Till Dröman, Chef der Bigband, erläuterte für das Publikum, dass die musikalischen Leiter sich die Hälfte der Songs aussuchen dürfen, die andere Hälfte bestimmen die Schülerinnen und Schüler. Deshalb entstehe ein besonders abwechslungsreiches Programm, hinter dem alle voll und ganz stehen. „Africa“ von Toto mit seinem unverkennbaren Groove, der den Schlagzeuger Jeff Porcaro weltberühmt machte, ließ das Publikum ebenso mitgehen wie das energetisch treibende „Walking on Sunshine“ von Katrina and the Waves und Oskar Mammel überzeugte als Swing Crooner bei Bobby Darins „Beyond the Sea“.
Nach der Pause zeigte Ana Crihan bei „Better“ von Cody Fry ihr gesangliches Können. Das Publikum stimmte auf Anregung Drömanns „Dancing Queen“ von Abba erstaunlich textsicher an. Elton Johns „I’m still standing“ ließ die erfahrenen Zuhörer über das Alter sinnieren, bevor dann mit dem Motto-Song „Marvellous Party“ des Komponisten Noël Coward das reguläre Programm beendet wurde. Hier zeigte sich Mirja Zitterbart sehr textsicher, trotz des irrwitzigen Tempos, das der Song erfordert. Herausheben darf man vor allem das professionelle Arrangement von Felix Federmann, dem diesjährigen Stober-Preis-Gewinner. Natürlich verlangte das Publikum frenetisch einige Zugaben.
Matija Elčić kostete bei der Ballade Angels von Robbie Williams jeden Ton aus und wurde von der Big Band äußerst gefühlvoll begleitet. „Where is my Husband“ von Ray (arrangiert von Hendrik Zitterbart) gab den Sängerinnen und Sängern noch einmal die Gelegenheit, Glanzlichter zu setzen.
In diesem Zusammenhang sei die Leistung des Technikteams besonders erwähnt. Ton und Licht waren vom Feinsten. Der Sound war glasklar und differenziert und die Lichteffekte und Spots auf die Solisten waren bis ins kleinste Detail ausgetüftelt. Die vielen Stunden der Proben haben sich auch in diesem Bereich ausgezahlt.
Am Ende riss die Polonaise viele mit und so wurde es ein ausgelassenes Fest.
Ausdrücklich bedankten sich Singler und Drömann beim Förderverein, ohne dessen Unterstützung einige Events überhaupt nicht möglich wären. Und das Publikum bedankte sich mit Standing Ovations bei den Jazz Youngsters und der Big Band für einen fantastischen Abend mit anspruchsvollen Jazz Klassikern, Golden Oldies und modernen Pop und Rock Songs. (Text und Fotos: Soe)





