„Ein Hit kommt selten allein“

28.06.2026

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Der MGB-Chor hatte mit dem Motto nicht zu viel versprochen. An zwei Abenden fanden letzte Woche viele talentierte Menschen auf der Bühne zusammen, um in Koproduktion einen Hit nach dem anderen zu performen. Das Programm begann mit sanft prasselndem Regen, der sich langsam zu einem Schauer steigerte (Nein, es regnet nicht in die neue Aula hinein!). Der Chor erzeugte selbst diese Geräusche in Totos „Africa“, arrangiert von Roger Emerson. Dann wurde es traditioneller mit dem Volkslied „Tanzen und Springen“, Wolfgang Amadeus Mozarts „Die kleine Nachtmusik“ und dem „Tanz der Zuckerfee“ von Tschaikowsky. Henri Röck gestaltete daraufhin ein instrumentales Intermezzo. Begleitet von Philipp Lingenfelser beeindruckte er virtuos an der Klarinette mit Jonathan Feßlands „Lullaby & Finale“. Zum „Libertango“ löste Laura di Franco Lingenfelser am Piano ab, der dafür an die Melodika wechselte.
Lesgo, der bis zu diesem Zeitpunkt spannende Akzente setzte, startete ein Beatbox-Special, das es in sich hatte. Zunächst versuchte sich das Publikum unter seiner Anleitung im Beatboxen, aber schon schnell wurde deutlich, welch anspruchsvolle Kunstform dieses ist. Mehrere Sounds erscheinen übereinander gelagert. Wenn man die Augen schloss, musste man denken, es seien fünf oder sechs Menschen am Mikrofon. Im weiteren Verlauf fügte er sich dienlich in das Klangspektrum des Chores ein, ohne sich je in den Vordergrund zu stellen.
Den Beat nahm der Chor in „Rhythm of Life“ von Cy Coleman in einem Arrangement von Richard Barnes auf, bevor ein weiterer Abiturient sein Können an seinem Instrument zeigen durfte. Felix Spehn spielte „Letter from Home“, eine wohltuende Jazzkomposition von Pat Metheny. Im letzten Teil des Abends zeigte der Chor noch einmal, was in ihm steckt. „Say Something“, eine langsame Ballade, und „Greensleeves“, eingeleitet durch ein Gesangssolo wurden noch getoppt durch das opernhaft geprägte „Bohemian Rhapsody“ von Queen. Ein politisches Statement beendete das reguläre Programm. „#lautsein“ von Oliver Gies fordert dazu auf, seine Meinung laut und deutlich zu artikulieren und „all den Hass und all die Wut zu übertönen“. Damit war der Abend jedoch nicht beendet. Der Chor gönnte dem Publikum noch einige Höhepunkte aus seinem reichhaltigen Repertoire. Besonders emotional war der Abschied der zahlreichen Abiturientinnen und Abiturienten, die als Abi-Chor ihrer Chorleiterin mit „Thank you for the Music“ ein herzliches Dankeschön aussprachen. Der Abschied von ihrem Chor und ihrer Dirigentin fiel ihnen sichtlich schwer. Was kann man sich, bei allem Abschiedsschmerz, als Musikpädagogin mehr wünschen? Diese jungen Menschen werden ihren Weg gehen, unterstützt durch ihre Liebe zur Musik. Ursula Benzing ermunterte sie, auch nach der Schule den Weg zu einem Chor zu finden, um dort in der Gemeinschaft zu singen. In diesem Sinn stimmten alle, auch das Publikum, „Evening Rise“ an.
Die Veranstaltung wurde gestaltet und begleitet von der Technik-AG des MGB unter der Leitung von Sven Reinwald. Luan Suchanka, Thomas Bort, Felix Carius und Nathaniel Gillé hatten den Ton und das Licht nicht nur im Griff, sondern gestalteten den Abend auch atmosphärisch durch schöne Lichteffekte. (Soe)