Vortrag eines Jugendoffiziers der Bundeswehr
Am Mittwoch, den 21.01.2026, fand in der Mensa des MGB ein Vortrag eines Jugendoffiziers der Bundeswehr für die K2 statt. Zu Gast war Hauptmann Fabio Fasulo, Jugendoffizier aus Karlsruhe. Jugendoffiziere informieren über sicherheitspolitische Themen und die Rolle der Bundeswehr, ohne dabei für den Dienst zu werben.
Zu Beginn stellte sich Hauptmann Fasulo persönlich vor. Er ist 27 Jahre alt und arbeitet momentan in der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Zuvor war er als Fallschirmjäger eingesetzt und führte dort ein Team von fünf Soldaten. Er berichtete offen über seinen Alltag, die intensive Ausbildung von rund sechseinhalb Jahren, die körperlichen und psychischen Anforderungen sowie über die Vereinbarkeit von Dienst, Sport und Privatleben. Seine Entscheidung für die Bundeswehr bereut er nicht, merkte jedoch an, dass er sich heute möglicherweise nicht mehr so lange verpflichten würde.
Im Hauptteil des Vortrags ging es um die Grundlagen der deutschen Sicherheitspolitik. Anhand vieler Fragen bezog der Jugendoffizier die Schülerinnen und Schüler aktiv mit ein. Er erklärte, was Sicherheitspolitik bedeutet und welche Rolle sie für ein geregeltes, friedliches Zusammenleben spielt, sowohl im Alltag als auch auf staatlicher Ebene. Dabei ging er auf nationale und internationale Sicherheitsinteressen ein und erläuterte die Werkzeuge der Sicherheitspolitik. Auch aktuelle Beispiele, wie die Unterstützung der Ukraine durch Waffenlieferungen, Geld und Ausrüstung sowie die EU-Sanktionen gegen Russland wurden thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Kernauftrag der Bundeswehr: der Landes- und Bündnisverteidigung. Fasulo erklärte, warum die Rolle der Bundeswehr in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen hat, insbesondere seit der Annexion der Krim und dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Er berichtete über den NATO-Einsatz in Litauen, wo dauerhaft mehrere tausend deutsche Soldaten stationiert werden sollen. Auch persönliche Erlebnisse, wie Einsätze in Afghanistan und die Begegnung mit verletzten Soldaten, flossen in den Vortrag ein.
Zudem sprach er über aktuelle Entwicklungen wie das Sondervermögen für die Bundeswehr, die Truppenstärke, Defizite im IT- und Drohnenbereich sowie über die geplanten Veränderungen beim neuen Wehrdienst. Dabei thematisierte er offen Probleme wie fehlende Infrastruktur, sinkende gesellschaftliche Akzeptanz und den starken Anstieg von Kriegsdienstverweigerungen.
Während des Vortrags hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, zahlreiche Fragen zu stellen. Diese reichten von der Zukunft moderner Kriegsführung, über die Akzeptanz der Gesellschaft einer möglichen Wehrpflicht bis hin zur Frage, ob er seinem eigenen Kind einen Dienst bei der Bundeswehr empfehlen würde. Auch das Publikum wurde aktiv eingebunden und zur eigenen Meinungsbildung angeregt.
Beenden konnte Fasulo seinen Vortrag nicht vollständig. Die Themen Heimatschutz und Aufgaben der Bundeswehr blieben außen vor, da es zeitlich nicht reichte. Grund dafür war das große Interesse der Schülerinnen und Schüler und die vielen dadurch gestellten Fragen.
Im Nachgespräch äußerte er den Wunsch, aus Sicht der Soldaten eine bessere Ausrüstung zu erhalten. Als Privatperson erhofft er sich den Einsatz in nähergelegenen Regionen, um Privatleben und Dienst besser zu vereinbaren.
Insgesamt wurde der Vortrag von den Schülerinnen und Schülern sehr positiv aufgenommen. Er wurde als spannend, informativ und gut aufgebaut beschrieben. Besonders hervorgehoben wurden die offene, ehrliche Art des Jugendoffiziers, seine sympathische Ausstrahlung sowie die Tatsache, dass er auf viele Fragen ausführlich einging. Auch der unterhaltsame Stil trug dazu bei, dass das komplexe Thema verständlich und interessant vermittelt wurde.
Abschließend möchten wir uns herzlich bei Herrn von Hörsten und der Fachschaft Gemeinschaftskunde bedanken, die den Besuch des Jugendoffiziers organisiert und ermöglicht haben. Durch ihr Engagement konnten die Schülerinnen und Schüler einen realistischen und differenzierten Einblick in die Arbeit der Bundeswehr sowie in aktuelle sicherheitspolitische Fragestellungen gewinnen. Solche Veranstaltungen leisten einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und regen zum kritischen Nachdenken an.
Katerina/Viktoria (K2)

