Feierliche Zeugnis- und Preisverleihung am Melanchthon-Gymnasium

12.07.2026

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Mit einem Notendurchschnitt von 2,2 erreichte der Abiturjahrgang 2026 am MGB ein beachtliches Ergebnis. Der beste Abiturschnitt mit 1,0 wurde einmal erreicht! Bei 27 Schüler*innen steht in ihrem Abiturschnitt eine Eins vor dem Komma.
Schulleiterin Elke Bender erinnerte in ihrer Rede an die Einschulung des Jahrgangs vor acht Jahren und würdigte die besonderen Leistungen, die zu erbringen waren, um nun das Abiturzeugnis in Händen halten zu dürfen. Sie ging in ihrer Rede humoristisch auf das Abimotto ein und dankte den Eltern und Lehrkräften für ihren Beitrag zu der positiven Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.
17 Abiturientinnen und Abiturienten mit einem Notendurchschnitt von 1,0 bis 1,5 erhielten für ihre hervorragenden Leistungen einen Preis und eine Urkunde. Die beste Gesamtleistung mit 1,0 erbrachte Pia Stegmüller. Sie wurde dafür mit dem Preis „Bestes Abitur“, gestiftet von Herrn Dr. Ercam Aktas ausgezeichnet.
Weitere Preise der Institutionen für hervorragende Leistungen in den einzelnen Fachbereichen wurden wie folgt vergeben:
Für die Teilnahme am Wettbewerb um den Melanchthon-Preis der Melanchthon-Schülerpreis-Stiftung aufgrund herausragender schulischer Leistungen, Gemeinsinn und Toleranz sowie hoher Allgemeinbildung wurden Pia Stegmüller und Benjamin Volke vorgeschlagen. Pia Stegmüller und Anna Schäfer wurden für ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen. Der Preis für vorbildliches soziales Engagement der Sparkasse Kraichgau ging an Christine Bauer. Felix Federmann, Lena Rübenacker und Ann-Kathrin Trui wurden mit dem Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker ausgezeichnet. Biologielehrerin Luise Engel-Wagenhoff überreichte den Norbert-Keller-Preis an Meggie Schellenberger. Den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erhielt Maila Gündert. Den Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung durfte Anna Schäfer entgegennehmen. Benjamin Volke wurde mit dem Preis der Gesellschaft Informatik ausgezeichnet. Eva Arapelis freute sich über den Anton-Tschechov-Preis im Fach Russisch. Der Preis im Fach Englisch, gestiftet von der Firma Market Engineers Network, Dr. Ulrich Kahle, ging an Katharina Goll. Für hervorragende Leistungen im Fach Italienisch wurde Meggie Schellenberger ausgezeichnet. Den Preis im Fach Französisch, gestiftet vom Rotarier-Club und der Firma Hannich, nahm Lena Rübenacker entgegen. Pia Stegmüller wurde für hervorragende Leistungen im Fach Musik mit einem Preis ausgezeichnet. Gestiftet wurde dieser von Frau Dr. Sauer. Den Otto-Dix-Preis im Fach Bildende Kunst erhielt Magdalena Graf. Den Preis der „Stiftung Humanismus heute“ im Fach Latein nahmen Pia Stegmüller, Anna Schäfer und Benjamin Volke entgegen. Tom Weber erhielt im Fach Sport die Alfred-Maul-Gedächtnismedaille. Anna Grubert konnte sich über den Südwestmetall-Schulpreis Ökonomie im Fach Wirtschaft freuen. Hannah Fuchs wurde vom Verein für Sozialpolitik mit dem Abiturpreis 2026 geehrt. Den Scheffel-Preis für die beste Gesamtleistung im Fach Deutsch erhielt Lena Rübenacker. In ihrer mit viel Applaus bedachten Rede erörterte sie engagiert die Macht der Sprache. Ihr Appell lautete: „Nutzen wir daher diese Macht, die Sprache uns verleiht, mit Verantwortung und wählen wir unsere Worte mit Bedacht, denn Worte formen Gedanken, Gedanken prägen Entscheidungen und Entscheidungen verändern die Welt.“
Eingerahmt wurde die festliche Zeugnisverleihung zu Beginn von Henri Röck an der Klarinette und Felix Spehn am Klavier und zum Abschluss von einem Bläserensemble des Musik Leistungskurses.

Am darauffolgenden Freitag fand der Abiball in der Stadtparkhalle statt. Ein schönes Programm, leckeres Essen und zwei Bands sorgten für gute und ausgelassene Stimmung. Die Leistungskurse fanden wertschätzende Worte für ihre Lehrkräfte und alle genossen den gemeinsamen Abend, nicht ohne den festen Entschluss gefasst zu haben, sich bald wiederzusehen.

Foto: Eduard Miller (miller-fotograf.de)

Lesen Sie hier die Scheffel-Preis-Rede von Lena Rübenacker:

Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler,
sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer, sehr geehrte Schulleitung, sehr geehrte Eltern und Gäste,
als mir mitgeteilt wurde, dass ich den diesjährigen Scheffelpreis erhalten werde, war ich überrascht und habe mich sehr geehrt gefühlt. Es bis hierher zu schaffen und diesen Preis zu gewinnen, habe ich unter anderem meinen Deutschlehrern zu verdanken, die mich während meiner Schullaufbahn begleitet und gefördert haben. Dafür möchte ich mich zunächst einmal ganz herzlich bedanken.
So wie mich die Verleihung des Scheffelpreises nun am Ende unseres Schulweges berührt hat, gibt es für uns alle bestimmt solche Momente während der Schulzeit, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind. Und oft waren es nicht Taten allein, sondern Worte, die aufgewühlt, Mut gemacht oder inspiriert haben.
Denn es gibt eine Kraft, die weder sichtbar noch greifbar ist. Sie kann zwischen Menschen Brücken bauen, Trost spenden und Hoffnung schenken. Dieselbe Kraft kann jedoch auch spalten, verletzen und ganze Gesellschaften gegeneinander aufbringen.
Diese Kraft begegnet uns allen jeden Tag – oft, ganz ohne, dass wir sie bewusst wahrnehmen. Diese Kraft ist die Kraft der Sprache.
Wörter sind weit mehr als eine Aneinanderreihung von Buchstaben. Sie tragen Erinnerungen, wecken Gefühle und formen unsere Gedanken. Oft merken wir gar nicht, wie sehr Sprache unsere Gedanken beeinflusst. Schon einzelne Wörter können Bilder entstehen lassen und entsprechende Atmosphären kreieren. Hören wir Begriffe wie Nachthimmel und Mondschein, denken viele an Ruhe, Frieden und Stille. Sprache malt Bilder – und diese Bilder prägen unser Denken.
Politiker, Werbefirmen und Medien nutzen diese Macht, die die Sprache ihnen verleiht, um die Gedanken ihrer Adressaten bewusst zu lenken. Ein bekanntes Beispiel ist der Begriff „Flüchtlingswelle“ . Dieses Wort setzt eine Fluchtbewegung mit einer Naturgewalt
gleich – einer Welle, die über uns hereinbricht und gegen die wir machtlos sind. Dies kann Ängste schüren und uns dadurch beeinflussbar machen. Das bewusste Einsetzen von Wörtern, um unser Meinungsbild zu steuern, nennt man auch Framing. Sprache ist somit nicht nur ein Mittel der Verständigung. Sie kann auch ein Mittel der Beeinflussung sein.
Heißt das nun, dass wir dieser Macht der Sprache hilflos ausgeliefert sind? Das kann ich mit einem klaren „Nein“ beantworten.
Im Laufe unserer Schulzeit haben wir im Deutschunterricht gelernt, Gedichte zu analysieren, Metaphern zu entschlüsseln und Symbole zu deuten. Viele von uns Abiturientinnen und Abiturienten werden sich oft gefragt – und dabei innerlich gestöhnt haben, warum wir schon wieder ein neues Gedicht interpretieren mussten – und Ihnen liebe Gäste ging das während Ihrer Schulzeit sicherlich nicht anders. In diesem Kontext ging es aber um weit mehr als die Interpretation von Gedichten und Metaphern. Es geht
im Deutschunterricht darum, Sprache zu durchschauen. Zwischen den Zeilen lesen zu können und zu erkennen, wann Worte informieren und wann sie beeinflussen. Denn nur wer diese Kompetenzen erlernt, kann später sicher mit Sprache umgehen und die darin enthaltene Intention hinterfragen.
Wer Sprache versteht, versteht Menschen besser. Wer die Wirkung von Worten erkennt, lässt sich weniger täuschen und wer gelernt hat, genau hinzuschauen, entwickelt die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Doch Sprache schützt nicht nur vor Manipulation und Täuschung. Sie eröffnet auch ganz neue Möglichkeiten. Was bringt einem die eigene Meinung oder ein kluger Gedanke, wenn man ihn nicht formulieren kann? Wenn wir niemandem unsere Ideen mitteilen können, weil wir sie nicht gut ausdrücken können? Wer sich klar ausdrücken kann, wird gehört. Wer seine Gedanken klar formulieren kann, überzeugt leichter. Das ist nicht nur in der Schule so. Ob im Vorstellungsgespräch, im Studium, im Berufsleben, oder im privaten Alltag: Oft reicht es nicht, die beste Idee zu haben, vielmehr ist es darüber hinaus wichtig, die Kompetenz zu haben, diese Idee überzeugend und verständlich zu vermitteln. Ein kluger Gedanke bleibt wirkungslos, wenn ihm die passenden Worte fehlen. Wer jedoch die richtigen Worte findet, kann Menschen begeistern und inspirieren. Daher ist Sprache nicht nur Wissen – sie ist eine Schlüsselkompetenz für das ganze Leben. Vielleicht ist genau das die wertvollste Erkenntnis, die wir aus unserer Schulzeit mitnehmen können: Sprache ist nicht nur Teil der Unterrichtsfächer, die mit dem Abitur enden. Sie begleitet uns jeden Tag. Sie bestimmt wie wir denken und wahrgenommen werden. Der bewusste Umgang mit ihr ermöglicht neue Perspektiven, schützt uns aber auch vor Gefahren.
Nutzen wir daher diese Macht, die Sprache uns verleiht, mit Verantwortung und wählen wir unsere Worte mit Bedacht, denn Worte formen Gedanken, Gedanken prägen Entscheidungen und Entscheidungen verändern die Welt.
Vielen Dank.