Zeitzeugenbesuch

23.02.2026

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Ein besonderer Besuch bereicherte den Geschichtsunterricht der Klasse 9b: Bernard Zimmerman war zu Gast an unserer Schule und nahm die Schülerinnen und Schüler mit auf eine eindrucksvolle Reise in die Vergangenheit. Als Zeitzeuge der zweiten Generation erzählt er die Geschichte seiner Familie.
Im Mittelpunkt seines Vortrags steht das Leben seines Vaters, Herman Zimmerman, der als jüdisches Kind die Verfolgung durch das NS-Regime überlebte. Eindrücklich schilderte Bernard Zimmerman, wie die Familie einst aus Osteuropa nach Köln kam und dort miterlebte, wie die Begeisterung für Hitler immer größer wurde. Kurz darauf begann für die Familie eine gefährliche Flucht durch mehrere europäische Länder – stets mit wenig Gepäck, großer Unsicherheit und der Hoffnung auf Hilfe. Immer wieder waren es mutige Menschen, die ihnen Unterkunft gaben oder ihnen halfen, Grenzen zu überwinden.
Mit Fotos, Karten und persönlichen Erinnerungen machte Bernard Zimmerman die Geschichte seines Vaters lebendig. Er berichtete nicht nur von der Flucht selbst, sondern auch von den vielen kleinen und großen Erlebnissen, die zeigen, wie Ausgrenzung und Diskriminierung den Alltag prägten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig Mitgefühl und Menschlichkeit sind.
Mit seinem Besuch knüpfte Bernard Zimmerman an das Lebenswerk seines Vaters an, der bis zu seinem Tod über seine Erfahrungen berichtete und für sein Engagement für Versöhnung ausgezeichnet wurde. In dieser Tradition setzt der Sohn die wichtige Aufgabe fort, die Erinnerung wachzuhalten – damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. (Natalia Lakman)