Brot mit Salz: diese typisch jüdische Speise war einer der Höhepunkte unseres Besuches in der Synagoge Pforzheim. Im Rahmen des Religions‑ und Ethikunterrichts sahen die 6. Klassen gemeinsam ein jüdisches Gemeindezentrum aus nächster Nähe.
Die Schülerinnen und Schüler konnten verschiedene religiöse Utensilien kennenlernen, zum Beispiel einen Gebetsumhang, Gebetsbücher und echte handgeschriebene Torarollen. Auch praktisch konnten wir uns mit dem jüdischen Glauben beschäftigen: Vor dem Sabbatmahl (Kiddusch) durften alle – freiwillig – ihre Hände rituell waschen. Nach dem Tischgebet wurde uns von dem überaus gastfreundlichen Team nicht nur Brot mit Salz angeboten, sondern auch Traubensaft (statt Wein) sowie Kuchen und weitere Getränke.
Leider mussten wir auch hören und sehen, dass Juden in unserer Gesellschaft immer wieder diskriminiert und sogar angegriffen werden. Deshalb steht vor der Synagoge bei Veranstaltungen immer ein Polizeiauto – auch während unseres Besuchs. Dass es Judenhass schon viel zu lange gibt, wurde uns beim Innehalten am Platz der alten Synagoge bewusst. Dieses einst prächtige Gebäude wurde nämlich von den Nazis 1938 zerstört.
Seit 2006 hat die Synagoge in Pforzheim wieder einen festen Ort – und bald soll sie sogar wieder ein eigenes, repräsentatives Gebäude bekommen. Wir freuen uns schon, das nette Team der Jüdischen Gemeinde dort wiederzusehen!

