Am vergangenen Donnerstag feierte man in Bretten diesen Meilenstein, auch um dem Melanchthon-Gymnasium in Nürnberg zu gratulieren, das vor 500 Jahren gegründet wurde und damit das erste seiner Art in Deutschland war. Nach lang vorausgehenden Beratungen sowie der Ausarbeitung eines neu geordneten Bildungskonzepts und entsprechender schulischer Strukturen besuchte Philipp Melanchthon Nürnberg, um der Einladung des Stadtrates Folge zu leisten und die Errichtung der neuen Schule persönlich zu begleiten.
Der Festakt war geprägt durch hochkarätige musikalische Darbietungen und einen überaus informativen wie unterhaltsamen Gastvortrag Prof. Dr. Christian Neddens, dem Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie.
Khongor Buyanadalai aus der Klasse 7b begeisterte durch sein Können am Klavier. Seine Darbietung unterschiedlicher Werke von Chopin, Beethoven, Bach und Mozart bestach nicht nur durch die technische Exaktheit, sondern vor allem durch das Einfühlungsvermögen und die Dynamik seines Klavierspiels. Khongor tritt bereits als Solist in renommierten Konzertsälen auf und löste beim Publikum Staunen und Begeisterung aus.
Schulleiterin Elke Bender und Oberbürgermeister Nico Morast richteten Begrüßungsworte an die Anwesenden und machten deutlich, wie bedeutsam die Bildung am Melanchthon-Gymnasium für die Stadt Bretten ist. Morast teilte zudem seine amüsanten Erinnerungen an den eigenen Musikunterricht am MGB, an dem er 2005 sein Abitur ablegte.
Marie Scheffel aus der Klasse 10a zeigte ihre Virtuosität an der Violine. Ein unfassbar bewegender Ton und die Präzision der schnellen Passagen schlugen das Publikum in ihren Bann. Marie nimmt regelmäßig an Meisterkursen im In- und Ausland teil und widmet sich mit großer Freude der Kammermusik. Beim Violinkonzert D-Dur, Op.35, 3. Satz Allegro vivacissimo von Tschaikowski wurde sie am Klavier von Erika Tajima begleitet.
Professor Doktor Christian Neddens zitierte zu Beginn seines Vortrags Melanchthon mit den Worten: „Das schulische Leben verdient das höchste Lob. Es gleicht nämlich jenem glücklichen Zustand, in dem die Menschen im goldenen Zeitalter gelebt haben.“ Die Schule sei also mit dem Paradies vergleichbar, weil man hier lernen dürfe. Dies sei ein Glück und gleichzeitig ein Privileg. Dass sich junge Menschen in der Schule und auch später an der Universität mit den Wissenschaften und der Kunst beschäftigen könnten. Laut Melanchthon ist das Lernen eine Gabe Gottes. Es ist ein Geschenk. Auch er, Neddens, lerne immer wieder Neues, zum Beispiel von seinen Kindern, und dies sei eine große Freude. Den Lehrern gebühre höchster Respekt, denn ihre Arbeit sei von unschätzbarem Wert. In der Schule passiere das eigentlich Wichtige für unsere Gesellschaft, noch vor Kirchen und Fürstenhöfen. Hier werde nach der Wahrheit gefragt, so Melanchthon. Neddens betonte, an der Schule und durch Bildung mache man die Demokratie wehrhaft, besonders in turbulenten Zeiten. Denn hier lerne man auf Augenhöhe im Gespräch, also dialogfähig zu sein. Er endete mit einem Zitat Melanchthons: „Einen Rat an dich. Bleibe in der Gemeinschaft der Lernenden.“
Im Anschluss rundete das Sinfonieorchester Bretten unter der Leitung von Kirstin Kares das Programm mit der Eigenkomposition „Colours“ ab. In den beiden Teilen „Turquoise and Blue“ und „Red and Orange“ kommt es zu einer Verschmelzung eines Bachchorals mit dem Tango. Ein spannendes und zugleich genussvolles Klangerlebnis, das vom Publikum aufmerksam verfolgt und mit viel Applaus bedacht wurde. Ein besonderer Dank ging an Musiklehrer Andreas Sekulla, der diesen Festakt organisiert hatte.








